Segmentbericht

Im Geschäftsjahr 2016 setzten die drei Segmente INDUSTRY, MOBILITY und CERTIFICATION ihren Wachstumskurs fort.

Umsatzverteilung Segmente 2015 / 2016

INDUSTRY

Die durchschnittlich 8.134 Mitarbeiter im Segment INDUSTRY erwirtschafteten einen Umsatz von 961,1 Mio. €, das entspricht 41,0 % des Konzernumsatzes. Zwar stieg damit der Umsatz des Segments im Vorjahresvergleich um 15,7 Mio. € bzw. 1,7 %, das Wachstum blieb jedoch hinter unseren Erwartungen zurück.

Die Division Industry Service verzeichnete im Geschäftsjahr einen geringen Umsatzrückgang, blieb aber mit einem Umsatzanteil von 61,9 % weiter die umsatzstärkste Division innerhalb des Segments. Auslaufende Großprojekte in Südkorea und das schwierige Marktumfeld im traditionellen Flächengeschäft in Deutschland belasteten die Nachfrage. Zusätzlich führten der weiterhin niedrige Ölpreis und das verlangsamte Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft sowie politische Unsicherheiten in der Türkei und in Großbritannien zu negativen Einflüssen auf die meisten Bereiche unseres Geschäfts.

Die Division Real Estate & Infrastructure erwirtschaftete 38,1 % des Segmentumsatzes. Der Bereich Gebäude- und Beförderungstechnik profitierte im Berichtsjahr in Deutschland von der geänderten Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie in Spanien von der starken Marktposition der TÜV SÜD ATISAE. Die Nachfrage nach unseren Prüf- und Zulassungsleistungen im Schienenverkehr steigt stetig, da wir länderübergreifend Großprojekte aus einer Hand abwickeln können. In Brasilien, wo sich die wirtschaft­liche Lage weiterhin nicht verbessert, hatte die Bureau de Projetos e Consultoria Ltda. (Bureau), São Paulo, erneut einen Auftragsrückgang zu verzeichnen.

Mit 77,9 Mio. € lag das EBIT im Segment INDUSTRY um 3,3 % unter dem Vorjahreswert von 80,6 Mio. € und verfehlte damit unsere Prognose. Die EBIT-Entwicklung war durch den erhöhten Personalaufwand belastet, der prozentual stärker als unser Umsatz gestiegen war. Zudem waren außerplanmäßige Wertminderungen bei Tochtergesellschaften in den USA sowie in Brasilien, Südafrika und Großbritannien nötig, mit denen wir der ungünstigen Geschäftsentwicklung vor Ort Rechnung getragen haben. Die EBIT-Marge lag mit 8,1 % innerhalb unseres Plankorridors; die erwartete Margenverbesserung konnte jedoch nicht erreicht werden.

Der Anstieg des Segmentvermögens um 18,3 Mio. € auf 533,5 Mio. € (Vj. 515,2 Mio. €) war durch das Working Capital geprägt, insbesondere durch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Anlagevermögen hoben sich Investitionen und Abschreibungen nahezu auf. Ein wesent­licher Teil der Investitionen von 18,9 Mio. € floss in ein Kältetechnik-Labor sowie in die Anschaffung von technischen Anlagen für die Durchführung von Werkstofftests in Singapur und in Italien. Dagegen verringerten Wertminderungsaufwendungen auf im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifizierte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen das Anlagevermögen.

Umsatzverteilung regional – INDUSTRY

MOBILITY

Das Segment MOBILITY erwirtschaftete mit durchschnittlich 5.305 Mitarbeitern einen Umsatz von 703,9 Mio. €, das entspricht einem Anteil von 30,0 % am Konzernumsatz. Das erzielte Umsatzplus von 65,1 Mio. € bzw. 10,2 % übertrifft die erwartete Wachstumsrate deutlich. Ohne Berücksichtigung der neuen spanischen Gesellschaften zeigte das Segment ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, was unseren Erwartungen entspricht.

Das Kerngeschäft des Segments, die Haupt- und Abgasuntersuchungen, legte im Umsatz deutlich zu – im Wesentlichen aufgrund der neuen Aktivitäten in Spanien. In Deutschland verharrte die Zahl der durchgeführten Fahrzeuguntersuchungen auf Vorjahresniveau. Das Geschäft mit Führerscheinprüfungen wuchs dagegen deutlich. Positive Effekte ergaben sich zusätzlich aus Preisanpassungen. Wachstumsimpulse brachten zudem unser Engagement in der Türkei und die neuen Dienstleistungen rund um die Fahrzeugaufbereitung und Schadengutachten. Zudem stieg die Nachfrage nach Emissionsprüfungen insbesondere in Deutschland deutlich an, mit positiver Wirkung auf die Auslastung unserer Prüfstellen. Die Zulassungsleistungen (Homologation) zeigten ebenfalls eine gute Umsatzentwicklung, lediglich in China stagnierte der Auftragseingang.

Das Geschäftsmodell im Segment MOBILITY ist in Teilen auf die Unterbeauftragung von Dienstleistungen ausgelegt. Entsprechend liegt die Fremdleistungsquote bei 14,9 % und damit über der konzernweiten Fremdleistungsquote von 12,5 %. Weiter belasteten durch Tariferhöhungen gestiegene Personalaufwendungen und höhere Abschreibungen das EBIT. Mit 55,2 Mio. € entsprach das EBIT unseren Erwartungen. Allerdings lag die EBIT-Marge mit 7,8 % knapp unterhalb des prognostizierten Zielwerts.

Das Segmentvermögen belief sich zum Stichtag auf 351,7 Mio. € (Vj. 273,8 Mio. €). Insgesamt wurden im Jahr 2016 23,2 Mio. € investiert, unter anderem in das IT-Anwendungssystem ASPro. Zudem wurde das Dynamic Component Testing Labor in Tschechien ausgestattet. In Deutschland und Spanien wurden die Modernisierung und der Ausbau der Technischen Servicecenter vorangetrieben. Der wesentliche Anstieg des Segmentvermögens ist jedoch auf den erstmaligen Einbezug der TÜV SÜD ATISAE und ATICAL zurückzuführen. Neben übernommenen Sach­anlagen und Working Capital wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierte immaterielle Vermögenswerte aktiviert.

Umsatzverteilung regional – MOBILITY

CERTIFICATION

Das Segment CERTIFICATION repräsentiert ein Viertel des Konzernumsatzes (586,7 Mio. €). Durchschnittlich 5.902 Mitarbeiter waren hier im Jahr 2016 beschäftigt. Mit einem Umsatz­anstieg von 30,0 Mio. € bzw. 5,4 % erreichte das Segment die von uns erwartete Wachstumsrate im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Division Product Service erwirtschaftete rund drei Viertel des Segmentumsatzes und hatte mit einem Umsatzplus von 6,2 % den größten Anteil am Umsatzanstieg im Segment. Der Bereich der Industriegüter zeigte in Japan, Großbritannien und Deutschland ein im Vergleich zum Vorjahr schwächeres Wachstum. Dies wurde jedoch durch eine gute Auslastung unserer Batterietest-Labore in Nordamerika teilweise kompensiert. Auch der Umsatz mit Konsumgüterprüfungen und -zertifizierungen konnte weltweit gesteigert werden; das stärkste Wachstum zeigte China mit Exportware für den europäischen und den US-amerikanischen Markt. Im Geschäftsjahr 2016 wurden unsere Dienstleistungen rund um Medizinprodukte in Europa, und hier insbesondere in Deutschland, verstärkt nachgefragt.

Die gute Auftragslage in Deutschland, China, Indien und Mexiko führte auch in der Division Management Service zu einer positiven Umsatzentwicklung (3,0 %; Vj. 9,3 %). Umsatztreiber bleiben unsere Angebote rund um Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsysteme, insbesondere in der Automobilindustrie. Aber auch neuere Leistungen zu Cyber-Security und die Zertifizierungen nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC) trugen zum Umsatzwachstum bei.

Die Fremdleistungen stiegen unterproportional zur Umsatzentwicklung, sodass sich die Fremdleistungsquote auf 14,3 % verringerte (Vj. 14,9 %). Die Personalaufwendungen entwickelten sich dagegen überproportional zum Umsatz, wobei der wesentliche Teil des Anstiegs auf die Tariferhöhungen in Deutschland entfiel. Das EBIT im Segment CERTIFICATION betrug 58,8 Mio. € und lag, ebenso wie die EBIT-Marge von 10,0 %, innerhalb der von uns erwarteten Bandbreite.

Im Segment CERTIFICATION erhöhte sich das Segmentvermögen auf 321,3 Mio. €, das entspricht einem Anstieg von 39,0 Mio. € bzw. 13,8 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 21,5 Mio. € im Segment investiert. Die Investitionsschwerpunkte lagen dabei auf der Erweiterung des Labornetzes für elektromagnetische Verträglichkeitsprüfung sowie auf der Entwicklung einer Software zur Prozesssteuerung. Die gute Geschäftsentwicklung und die damit verbundene verstärkte Fakturierung erhöhten das Segmentvermögen zusätzlich.

Umsatzverteilung regional – CERTIFICATION

SONSTIGE

Unter SONSTIGE haben wir die Bereiche Life Service und Academy gemeinsam mit den Konzernbereichsfunktionen gebündelt. Im Jahr 2016 beliefen sich die Umsatzerlöse dieser Unternehmens­teile auf 125,7 Mio. €. Die gestiegene Nachfrage nach offenen Seminaren im Akademiegeschäft lieferte dabei den größten Beitrag.

Das EBIT in SONSTIGE betrug 6,7 Mio. €. Der Wert hat sich insbesondere aufgrund der erfolgswirksamen Zuschreibung der Altanteile an der TÜV SÜD ATISAE gegenüber dem Vorjahr um 24,2 Mio. € verbessert. Positiv wirkten auch die gute Auftragslage im Akademiegeschäft und Kosten­senkungsmaßnahmen in der Konzernzentrale. Das Segmentvermögen reduzierte sich um 14,9 Mio. € von 282,8 Mio. € auf 267,9 Mio. €. Investiert wurde im Geschäftsjahr vorwiegend in eine Software sowie in IT-Hardware und Kantinenausstattung am Standort München.

Eine Übersicht über die Entwicklung der Umsatzerlöse in den Segmenten, einschließlich ­SONSTIGE, und den Regionen findet sich im Segmentbericht (Textziffer 32) des Konzernanhangs.