Geschäftsentwicklung im Plan

Obwohl unser wirtschaftliches Umfeld durch die stockende Weltwirtschaft und den weiterhin niedrigen Ölpreis in einigen Märkten belastet war, konnten wir – unterstützt durch unser breites Angebot an innovativen Dienstleistungen und die weltweite Präsenz vor Ort bei unseren Kunden – ein gesundes Wachstum realisieren.

Der bislang größte Erwerb in der Firmengeschichte von TÜV SÜD wirkte zusätzlich günstig auf unsere Geschäftsentwicklung, sodass die in der Planung 2016 festgelegten finanziellen Leistungsindikatoren übertroffen wurden.

Aus der spanischen ATISAE-Gruppe werden bislang die TÜV SÜD ATISAE, S.A.U. (TÜV SÜD ATISAE), Madrid, und die ATISAE de Castilla y León, S.A.U. (ATICAL), Miranda de Ebro, als vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen; die ITV de Levante, S.A. (ITV Levante), Valencia, wird als Gemeinschaftsunternehmen berücksichtigt.

Ziele und Ergebnisse
 20152016 Prognose2016
Umsatzerlöse
Entwicklung gegenüber Vorjahr
2.222,0 Mio. €
7,8 %
bis zu 2,3 Mrd. €
3 % – 5 %
2.343,2 Mio. €
5,5 %
EBIT
Entwicklung gegenüber Vorjahr
162,4 Mio. €
– 5,7 %
185 bis 190 Mio. €

198,8 Mio. €
22,4 %
EBIT-Marge7,3 %oberer einstelliger
Prozentbereich
7 % – 9 %
8,5 %
EVA61,0 Mio. €65 bis 70 Mio. €80,9 Mio. €
Mitarbeiter
Entwicklung gegenüber Vorjahr
2,5 %rund 4 %7,5 %

Wir leiten unsere Erwartungen an die Geschäftsentwicklung vom bestehenden Dienstleistungsgeschäft ab. Sie sind als organisches Wachstum definiert. Alle Segmente zeigten eine positive Umsatzentwicklung. Das Segment INDUSTRY verfehlte das prognostizierte Wachstumsziel für Umsatz, EBIT und EBIT-Marge. Durch den Beitrag der neuen spanischen Gesellschaften übertraf das Segment MOBILITY die Planvorgaben mit Ausnahme der EBIT-Marge; diese wurde geringfügig verfehlt. Ohne Berücksichtigung des Wertbeitrags der TÜV SÜD ATISAE und ATICAL lag das Umsatzwachstum des Segments MOBILITY im Erwartungskorridor; die Zielgrößen EBIT und EBIT-Marge konnten nicht ganz erreicht werden. Das Segment CERTIFICATION erfüllte alle Erwartungen.

Das Ergebnis vor Zinsergebnis, übrigem Finanzergebnis und vor Ertragsteuern, aber einschließlich der Ergebnisbeiträge aus Beteiligungen (EBIT), übertraf mit 198,8 Mio. € (22,4 %) unsere Erwartungen. Die EBIT-Marge lag mit 8,5 % in der erwarteten Bandbreite und über der EBIT-Marge des Vorjahres (7,3 %). Auch ohne den Einbezug der spanischen Gesellschaften erreichten wir mit 7,9 % unsere prognostizierte EBIT-Marge. Das EBIT lag mit 180,7 Mio. € allerdings außerhalb des Erwartungskorridors. Die EBIT-Entwicklung war durch das Umsatzwachstum und einen höheren Personalaufwand geprägt. Beide Faktoren spiegeln das organische und das anorganische Wachstum wider. Auf die TÜV SÜD ATISAE und ATICAL entfallen anteilig 3,0 % des Umsatzanstiegs (anorganisches Wachstum) sowie 3,2 % der Veränderung im Personalaufwand. Einmalige Wertminderungen auf Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen waren zwar erneut nötig, blieben aber deutlich unter dem Vorjahr.

Das bereinigte EBIT, das für einen mehrjährigen Branchenvergleich besser geeignet ist, liegt mit 201,8 Mio. € um 6,3 % über dem Vorjahreswert (189,9 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge liegt mit 8,6 % im erwarteten Plankorridor und 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern (EBT) stieg im Vorjahresvergleich um 26,5 %. Unsere Annahme wurde damit deutlich übertroffen. Die höhere EBIT-Ausgangsbasis wurde positiv durch die ergebniswirksame Erfassung der im Vorjahr erfolgsneutral erfolgten Zuschreibung der Altanteile an der TÜV SÜD ATISAE (vormals: Asistencia Técnica Industrial, S.A.E. (ATISAE)) von rund 11 Mio. € verstärkt. Das bereinigte EBT erreichte ebenfalls den erwarteten Wert. Die bereinigte EBT-Marge zeigte einen Anstieg auf 7,9 % (Vj. 7,7 %).

Das Konzernergebnis nach Steuern erreichte den Höchststand von 130,5 Mio. € (Vj. 114,0 Mio. €). Der Konzern-EVA liegt mit 80,9 Mio. € über dem von uns angenommenen Rahmen. Die Kennzahl ermittelt sich aus dem Nettogeschäftsergebnis nach Steuern von 144,2 Mio. € (NOPAT) abzüglich der Konzernkapitalkosten, die sich aus dem Produkt aus durchschnittlich eingesetztem Kapital (904,3 Mio. €) und 7,0 % WACC ergeben. Der NOPAT war positiv durch die günstige Geschäftsentwicklung der Segmente MOBILITY und CERTIFICATION beeinflusst. Zusätzlich positiv wirkte die im Beteiligungsergebnis erfolgswirksam erfasste Zuschreibung der Altanteile der TÜV SÜD ATISAE. Ausgehend von einer bereits hohen Vorjahresbasis stieg das durchschnittlich eingesetzte Kapital (Capital Employed) erneut an und führte so zu höheren Kapitalkosten. Wesentlicher Faktor war hier die erstmalige Einbeziehung der TÜV SÜD ATISAE und der ATICAL mit Wirkung auf Anlagevermögen und Working Capital.

Der durchschnittliche Mitarbeiteraufbau (teilzeitbereinigt) von 20.228 auf 21.738 liegt oberhalb der erwarteten Bandbreite, vorwiegend aufgrund der in Spanien durch die Akquisition hinzugekommenen Mitarbeiter.

Die Planung und Steuerung des TÜV SÜD Konzerns basiert auf IFRS. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, die für die TÜV SÜD Gruppe definiert sind, sind für die TÜV SÜD AG in ihrer Funktion als Management-Holding nicht relevant und damit nicht aussagekräftig.